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Nicht-medikamentöse Therapie

Nicht-medikamentöse Therapieansätze bei Demenz zielen darauf ab, die Befindlichkeit des/der Erkrankten und die Anpassungsfähigkeit an das nachlassende Leistungsvermögen zu verbessern. Sie beziehen sich sowohl auf die erkrankte Person selbst als auch auf das Umfeld und konzentrieren sich darauf, bestehende Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erhalten und gegebenenfalls zu stärken.

Die Art der eingesetzten Verfahren richtet sich vorwiegend nach der Art der Demenz, dem Stadium der Erkrankung, den Bedürfnissen des/der Erkrankten und der Betreuenden. Eine Kombination verschiedener Verfahren kann sinnvoll sein, allerdings muss stets darauf geachtet werden, die erkrankte Person nicht zu überfordern oder durch Konfrontation mit Defiziten zu frustrieren.

Beispiele für nicht-medikamentöse Therapieansätze:

  • Kognitive Verfahren (z.B. leichte geistige Stimulation, Realitätsorientierung)
  • Emotions- und identitätsorientierte Verfahren (z.B. Selbsterhaltungstherapie mittels Validation und Erinnerungspflege, Reminiszenztherapie)
  • Ergotherapie (z.B. Üben von alltagspraktischen Fertigkeiten mit spielerischen, handwerklichen und gestalterischen Techniken, Anpassung der Umgebung, Hilfsmittelberatung im Bereich Mobilität und Alltag)
  • Körperliche Aktivierung (z.B. Bewegungstherapie im Rahmen einer Physiotherapie)
  • Künstlerische Therapien (z.B. Musik- und Kunsttherapie)
  • Sensorische Verfahren (z.B. Aromatherapie, Basale Stimulation, Snoezelen)

Angehörige und Pflegende sollten in die Therapie mit einbezogen werden, um die Umsetzung des Gelernten im Alltag und die Nachhaltigkeit zu gewährleisten.

Außerdem empfiehlt sich für die Betreuenden, regionale Entlastungs- und Hilfsangebote wahrzunehmen (siehe auch Hilfen und Hinweise). So werden beispielsweise in Beratungsgruppen für Angehörige Informationen über die Krankheit und ihre Auswirkungen auf den Alltag vermittelt, Techniken zum Umgang mit schwierigen Situationen und Verhaltensweisen erarbeitet und der Austausch von Betroffenen untereinander gefördert. Eine größere Kompetenz der Betreuenden im Umgang mit der Erkrankung wirkt sich i.d.R. positiv sowohl auf die Betreuenden selbst als auch auf die Erkrankten aus.

Es gibt noch nicht genügend Studien ausreichender Qualität, um die Wirkung der einzelnen nicht-medikamentösen Therapieverfahren bei Demenz zu belegen. Es gibt jedoch erste Hinweise auf zumindest geringe Effekte, sodass der Versuch einer nicht-medikamentösen Therapie empfohlen werden kann. Besonders das Training von Aktivitäten des täglichen Lebens und das Angehörigentraining scheinen einen vorteilhaften Einfluss auf den Krankheitsverlauf zu haben.

Hier finden Sie die nicht-medikamentösen Therapieansätze als Gesamtdokument (PDF-Format).

Hier finden Sie eine übergreifende Orientierungshilfe zum Thema (medikamentöse und nicht-medikamentöse) "Behandlung der Alzheimer-Erkrankung".

Aktualisiert am 04.10.2012 17:33:08