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Gestaltung des Umfeldes, Betreuung und Pflege

Gestaltung des Umfeldes
Demenzerkrankte sind auf ein Umfeld angewiesen, dass sich dem Krankheitsfortschritt anpasst und sowohl stimulierenden als auch beschützenden Charakter hat. Hier kommt der Wohnraumanpassung eine besondere Rolle zu. Das Umfeld des Patienten bzw. der Patientin ist idealerweise so gestaltet, dass die Orientierung erleichtert ist und Gefahrenquellen, z.B. Stolperfallen, minimiert sind. Eine vertraute, überschaubare Umgebung hilft auch dabei über Erinnerungen Brücken zur Realität zu schlagen.

Betreuung und Pflege bei Demenz

Das Spektrum in der Betreuung und Pflege von Demenzpatienten bzw. Demenzpatientinnen reicht von Angehörigen über pflegerische Hilfskräfte bis hin zur Tätigkeit von gerontopsychiatrisch orientierten Pflegeexperten und den behandelnden Ärzten bzw. Ärztinnen.

Dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin kommt in der Betreuung von Demenzpatienten bzw. Demenzpatientinnen eine wichtige Rolle zu. Diese sollte kontinuierlich und geplant stattfinden und so organisiert sein, dass bei Problemen des/der Erkrankten und der Angehörigen rasch interveniert werden kann (z.B. bei neu aufgetretenen Schlafstörungen, drohender Überlastung etc.). Der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin stellt zudem das zentrale Bindeglied zu den medizinischen Spezialdisziplinen, der Pflege und anderen Gesundheitsberufen dar.

In der pflegerischen Betreuung von demenziell Erkrankten wird davon ausgegangen, dass neben der Neuropathologie, Persönlichkeit und Biographie, sowie das Umfeld eine große Rolle spielen. Die Qualität der Pflege trägt wesentlich zum Verlauf der Erkrankung bei. Insbesondere Pflege, die sich an den emotionalen Bedürfnissen der Demenzkranken orientiert, hat einen nachweislich positiven Effekt auf deren Lebenssituation. Etabliert hat sich eine Werteorientierung der „personenzentrierten Pflege“ oder „positiven Personenarbeit“, bei der versucht wird, die Bedürfnisse des Patienten bzw. der Patientin zu ermitteln und mit einzubeziehen.

In der Angehörigenpflege geht es im Wesentlichen um die Unterstützung des häuslichen Arrangements. Die Nutzung von Tages- und Kurzzeitpflege-Einrichtungen sowie Entlastungsprogrammen kann dabei unterstützen. Entscheidend für den jeweiligen Ansatz ist das Wohlbefinden der Betroffenen.

Empfehlung (Quelle: DEGAM-Leitlinie Nr.12: Demenz, 2008)
  • Pflege, die sich an den emotionalen Bedürfnissen der Demenzkranken orientiert und eine bedarfsgerechte Umgestaltung des Umfeldes, haben einen positiven Effekt. (B)
  • Pflegende Angehörige sollten über Hilfsangebote informiert werden, z.B. Angehörigengruppen, Kurzzeitpflege, Beratungsstellen etc. (C)
  • Werden Betreuungspersonen unterstützt, bessert sich auch die Situation der Patienten. (B)


(Quelle: DEGAM-Leitlinie Nr.12 Demenz, 2008)

Aktualisiert am 04.10.2012 17:54:36